Die richtige Matratze – wann braucht es eine Antidekubitusmatratze?

Die richtige Matratze – wann braucht es eine Antidekubitusmatratze?

Ein Pflegebett ist immer nur so gut wie die Matratze darin. Gerade bei längerem Liegen entscheidet die richtige Unterlage über zweierlei: über den Liegekomfort und über den Schutz vor Druckstellen.

Was ist ein Dekubitus? «Dekubitus» ist der Fachbegriff für ein Druckgeschwür: eine Hautschädigung, die durch anhaltenden Druck auf dieselbe Körperstelle entsteht. Betroffen sind vor allem Bereiche, an denen Knochen nahe unter der Haut liegen – Kreuz- und Steissbein, Fersen, Hüften und Ellenbogen. Je länger eine Stelle belastet bleibt, desto höher das Risiko; je nach Situation kann sich eine Schädigung innerhalb von Stunden anbahnen.

Die vier Schweregrade. Fachleute teilen einen Dekubitus nach der internationalen EPUAP/NPIAP-Klassifikation in vier Grade ein – von der beginnenden Hautreizung bis zur tiefen Wunde:

  • Grad 1: Die Haut ist noch intakt, zeigt aber eine bleibende Rötung, die sich auf Fingerdruck nicht weiss verfärbt – ein erstes Warnzeichen.
  • Grad 2: Die oberen Hautschichten sind geschädigt, etwa als Abschürfung, Blase oder flaches offenes Geschwür.
  • Grad 3: Der Schaden reicht bis ins darunterliegende Fettgewebe; es entsteht eine tiefere, offene Wunde.
  • Grad 4: Der schwerste Grad mit ausgedehntem Gewebeverlust, bei dem tieferliegende Strukturen freiliegen können.

Je früher man gegensteuert, desto besser – und genau hier setzt die richtige Matratze an.

Wer ist gefährdet? Das Risiko steigt insbesondere bei

  • weitgehender Bettlägerigkeit und stark eingeschränkter Eigenbewegung,

  • längerer voraussichtlicher Liegedauer,

  • Feuchtigkeit auf der Haut, etwa durch Schwitzen oder Inkontinenz,

  • sowie geringem Körpergewicht über knöchernen Stellen.

 

Drei Matratzentypen – passend zum Risiko. Wir bieten drei Matratzentypen an, abgestimmt auf das jeweilige Druckstellenrisiko:

  1. Standardpflegematratzen: speziell für den Langzeitpflegebedarf konzipiert. Geeignet für Personen, die sich noch gut selbst bewegen und bei denen kein erhöhtes Druckstellenrisiko besteht.

  2. Antidekubitusmatratzen: sinnvoll bei überwiegend bettgebundenen Personen mit leichtem bis mittlerem Druckstellenrisiko. Sie bestehen aus einem mehrschichtigen Schaumkern, der den Druck grossflächig verteilt und so belastete Hautpartien entlastet.

  3. Wechseldruckmatratzen: die richtige Wahl bei hohem Risiko oder bereits bestehendem Dekubitus. Mehrere Luftkammern werden über eine elektronische Pumpe abwechselnd be- und entlüftet, sodass die belasteten Hautpartien immer wieder entlastet und die Durchblutung gefördert wird.

 

Als Faustregel gilt: kein erhöhtes Risiko → Standardpflegematratze; leichtes bis mittleres Risiko → Antidekubitusmatratze; hohes Risiko oder bestehendes Druckgeschwür → Wechseldruckmatratze.

Ein wichtiger Hinweis: Auch die beste Antidekubitusmatratze ersetzt das regelmässige Umlagern nicht – sie kann die Intervalle aber verlängern, was gerade nachts eine spürbare Entlastung bedeutet.

Was bei der Auswahl sonst zählt. Die Matratze muss zum Bett passen (übliches Mass 90 × 200 cm; Sondermasse sind möglich). Ein atmungsaktiver, abwischbarer und bei Bedarf inkontinenzgeeigneter Bezug erleichtert die Hygiene und reduziert Feuchtigkeit – ein oft unterschätzter Risikofaktor.

Wir helfen Ihnen, die passende Matratze zu Ihrem Bett zu finden – von der Standardpflegematratze bis zum Wechseldrucksystem. Beratung unter 0800 58 58 58.